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Was bedeutet deine Punktzahl im AQ-50?

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Eine Skalenanzeige mit einer Punktzahl von 0 bis 50

Der AQ-50 ist der meistgenutzte Fragebogen für das Autismus-Screening bei Erwachsenen, und für viele ist er der erste Schritt. Am Ende bekommst du eine Zahl zwischen 0 und 50. Aber was bedeutet eine Punktzahl von 22, 29 oder 38 eigentlich? Hier erklären wir, wie die Punktzahl berechnet wird, woher die Schwellenwerte kommen und wie du dein Ergebnis nutzen kannst.

Woher der AQ-50 kommt

Der Autismus-Spektrum-Quotient wurde von Simon Baron-Cohen und seinem Team am Autism Research Centre der Universität Cambridge entwickelt und 2001 veröffentlicht. Ziel war ein kurzer Fragebogen, den Erwachsene selbst ausfüllen können und der zeigt, wie viele autistische Merkmale sie haben. Seitdem wurde er in Hunderten von Studien eingesetzt und in viele Sprachen übersetzt.

Ein wichtiger Gedanke hinter dem AQ: Autistische Merkmale hat jeder Mensch in gewissem Maß. Alle bekommen eine Punktzahl, und autistische Menschen erreichen meist hohe Werte. Deshalb zeigt der AQ-50 gut, wo du ungefähr stehst, kann aber nicht sicher sagen, ob du autistisch bist.

So wird die Punktzahl berechnet

Der AQ-50 besteht aus 50 Aussagen wie „Ich mache Dinge am liebsten immer wieder auf dieselbe Weise“. Du antwortest mit „Stimme zu“, „Stimme eher zu“, „Stimme eher nicht zu“ oder „Stimme nicht zu“.

Jede Aussage gibt entweder 0 oder 1 Punkt. Du bekommst 1 Punkt, wenn deine Antwort auf ein autistisches Merkmal hinweist – egal, ob du voll oder nur eher zustimmst. Etwa die Hälfte der Aussagen ist umgekehrt formuliert, zum Beispiel „Es fällt mir leicht, allein am Gesichtsausdruck zu erkennen, was jemand denkt oder fühlt“. Dort bekommst du den Punkt, wenn du nicht zustimmst. Für die Punktzahl zählt also nicht, wie stark deine Antwort ist, sondern nur, in welche Richtung sie geht.

Was die Gesamtpunktzahl bedeutet

In der Originalstudie zeigte sich:

  • Erwachsene ohne Autismus-Diagnose erreichten im Durchschnitt etwa 16 Punkte.
  • Autistische Erwachsene erreichten im Durchschnitt etwa 36 Punkte.
  • Rund 80 % der autistischen Erwachsenen kamen auf 32 Punkte oder mehr, in der Vergleichsgruppe nur 2 %.

Der Schwellenwert von 32 wird deshalb oft für „viele autistische Merkmale“ verwendet. Eine spätere Studie mit Menschen, die an eine diagnostische Klinik überwiesen worden waren, ergab, dass ein Schwellenwert von 26 besser geeignet war, um zu entscheiden, wem eine vollständige Abklärung angeboten werden sollte. Er erfasste die meisten, die später eine Diagnose bekamen, aber auch viele, bei denen das nicht der Fall war.

Auf test-autism.com beschreiben wir die Punktzahl so:

  • 0–15: Autismus ist sehr unwahrscheinlich. Das entspricht dem Durchschnitt der Allgemeinbevölkerung oder liegt darunter.
  • 16–24: Autismus ist unwahrscheinlich. Du hast einige Merkmale, aber weniger als die meisten autistischen Menschen.
  • 25–34: Autismus ist wahrscheinlich. Du liegst über dem Schwellenwert, der in Kliniken verwendet wird, und ab 32 auch über dem Schwellenwert der Originalstudie.
  • 35–50: Autismus ist sehr wahrscheinlich. Das entspricht dem Durchschnitt autistischer Erwachsener oder liegt darüber.

Die fünf Bereiche

Die 50 Aussagen sind in fünf Bereiche mit je zehn Aussagen gegliedert, und für jeden bekommst du eine Punktzahl von 0 bis 10:

  • Soziale Fähigkeiten: wie du soziale Situationen und das Kennenlernen neuer Menschen erlebst.
  • Aufmerksamkeitswechsel: wie leicht du deinen Fokus wechselst und mit Veränderungen und Unterbrechungen umgehst.
  • Aufmerksamkeit für Details: wie stark dir Details, Muster und Zahlen auffallen.
  • Kommunikation: Gespräche, Smalltalk und verstehen, was andere meinen.
  • Vorstellungskraft: sich Geschichten ausdenken und vorstellen, was andere vorhaben.

Autistische Menschen erreichen oft hohe Werte bei sozialen Fähigkeiten, Kommunikation und Aufmerksamkeitswechsel. Die Aufmerksamkeit für Details ist ein Sonderfall: Hier punkten auch viele nicht-autistische Menschen hoch, etwa wer mit Zahlen, Technik oder Design arbeitet. Eine hohe Gesamtpunktzahl, die vor allem aus diesem Bereich stammt, bedeutet daher etwas anderes als eine hohe Gesamtpunktzahl, die sich auf alle fünf Bereiche verteilt.

Was deine Punktzahl beeinflussen kann

  • Soziale Angst und Depression können dazu führen, dass du vielen Aussagen über soziale Situationen zustimmst, auch wenn du nicht autistisch bist.
  • ADHS hat einige Merkmale mit Autismus gemeinsam, vor allem beim Thema Aufmerksamkeit.
  • Masking: Wenn du gelernt hast, deine Merkmale zu verbergen, antwortest du vielleicht danach, wie du dich verhältst, und nicht danach, wie es sich anfühlt – und kommst auf eine niedrigere Punktzahl. Das misst der CAT-Q.
  • Selbstbild: Der AQ-50 beruht darauf, wie du dich selbst siehst. Es kann helfen, an konkrete Situationen zu denken, statt aus einem allgemeinen Eindruck heraus zu antworten.

Wie es weitergehen kann

Wenn du 26 Punkte oder mehr hast und dich in den Aussagen wiedererkennst, kann es sich lohnen, mit einer Ärztin oder einem Arzt über eine Abklärung zu sprechen. Wenn du vorher ein genaueres Bild möchtest, kannst du den RAADS-R machen, der auch nach deiner Kindheit fragt. Lies dazu unseren Ratgeber zur Autismus-Abklärung im Erwachsenenalter.

Denk daran: Der AQ-50 ist ein Screening-Instrument, keine Diagnose. Eine Diagnose kann nur eine qualifizierte Fachperson stellen, nach einer gründlichen Abklärung deiner Lebensgeschichte und deiner aktuellen Situation. Bereit für den Test? Hier kannst du den AQ-50 kostenlos machen.

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